Die staatsBox: So könnte eine Werkzeugkiste in öffentlicher Innovation aussehen

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Die Kickbox ist eine Werkzeugkiste, eine Spielwiese und ein Trainingsgerät in einem - und im Privatsektor zunehmend verbreitet. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin arbeitet fünf verschiedene "Levels" durch und kann so die eigenen Ideen entwickeln und verfeinern. Die Annahme dahinter: Innovative Ideen können in jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin eines Unternehmens schlummern. Für den öffentlichen Sektor gibt es das noch nicht. Das wollen wir mit der staatsBox ändern.

Innovation ist ein Thema, das von vielen überwiegend mit dem Privatsektor in Verbindung gebracht wird. Firmen stehen in ständiger Konkurrenz um Märkte, Marktanteile und Produktideen. Neue Ideen zu generieren, auszuarbeiten, zu testen und auszurollen gehört deshalb zu ihren Kernaufgaben. 

Dafür entwickeln sie passgenaue Innovationswerkzeuge und -methoden. Das Softwareunternehmen Adobe beispielsweise, bekannt für Photoshop, Flash und das Portable Document Format pdf, macht seit einigen Jahren auch mit einem internen Innovationsprogramm Furore: Dem sogenannten Innovation Kickboxing oder kurz Kickbox. Seit Adobe die Kickbox als Open Source öffentlich zur Verfügung gestellt hat, wenden immer mehr Firmen das Programm an. Für die Schweiz beispielsweise hat Swisscom die Kickbox weiterentwickelt, und aktuell wird sie etwa bei SwissLife oder Helvetia verwendet. 

Die Kickbox ist tatsächlich eine physische Box, quasi eine Spielkiste. Sie ist in ein Mentoring- und Trainingsangebot eingebettet und enthält interaktive Tools, Vorlagen und Wegleitungen, Videos, Karten, Power-Ups wie Schokolade und manchmal sogar eine Prepaid-Kreditkarte, damit Teams selbstbestimmt Prototypen entwickeln können. 

Ziel der Kickbox ist nicht nur, die Quantität, Qualität und Schnelligkeit von Innovationen zu steigern, sondern auch die Motivation und Teilhabe der Mitarbeitenden sowie die Innovationskultur der Organisation zu fördern. Wenn alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für die Entwicklung einer Organisation übernehmen, so die Überzeugung, bleibt das Unternehmen wettbewerbsfähig.

Die staatsBox: Ein Werkzeugkasten für öffentliche Innovation

Im öffentlichen Sektor ist die Sachlage bekanntlich anders. Doch auch wenn der Staat nicht in ständiger Konkurrenz zu anderen Anbietern steht, sind wir überzeugt, dass solche Innovations-Tools auch für Verwaltungen hoch attraktiv sind: Mitarbeiterinnen-Involvement, nutzer- beziehungsweise bürgerzentrierte Dienstleistungen und eine gemeinsame Verantwortungskultur sind für die Mission des Staates und das Wohlergehen der Gesellschaft elementar. Dennoch gibt es noch keine Kickbox für den öffentlichen Sektor. 

Das wollen wir mit der Entwicklung einer staatsBox ändern. Die Idee kam Anfang 2018 im Kontakt mit einem Eidgenössischen Departement und einem Bundesamt auf den Tisch, und schon früh war klar: Es geht nicht darum, privatwirtschaftliche Werkzeuge eins zu eins zu übernehmen. Die staatsBox muss ein anderes Flair als die Kickbox besitzen und die ganz eigenen Motivationen der Angestellten im service public berücksichtigen. Denn sie sind wesentlich an gesellschaftlichem Impact und am Gemeinwohl orientiert.

Eine staatsBox muss sich an den Bedürfnissen von öffentlichen Organisationen orientieren und vorhandene Ressourcen nutzen. Gleichzeitig muss sie es ermöglichen, Lösungen zu einem bereits vorliegenden Problem zu finden oder auch frei neue Ansätze zu entwickeln, um mögliche Herausforderungen der Zukunft proaktiv anzugehen.

Zur Zeit entstehen in Städten, Kantonen und beim Bund gerade diverse Innovationsplattformen, die das Wissen und die Initiative der öffentlichen Angestellten abholen wollen. Eine staatsBox könnte ihnen dabei helfen, die vielen guten Ideen der Mitarbeitenden in einem strukturierten Prozess, der Spass macht, zu schärfen und zur Umsetzungsreife zu bringen. Denn Kollaboration und Beteiligung sollen nicht nur Schlagworte sein, sondern praktisch gelebt werden können.

 

Ihr möchtet mit der staatsBox arbeiten? Ihr habt Inputs bezüglich Innovations-Tools, welche Eurer Meinung nach auf keinen Fall in einer staatsBox fehlen dürfen? Dann schreibt uns auf hello@staatslabor.ch.